Mittlerweile bin ich seit dem Weihnachtsurlaub zuhause in Österreich schon wieder seit 3 Wochen in Siena und hatte bisher kaum Zeit zu verschnaufen. Somit ist’s jetzt endlich mal Zeit für einen kurzen Rückblick was seit der Ankunft am Aeroporto Galileo Galilei Pisa so passiert ist.
Denn es wäre ja auch nicht Italien, hätte man nicht schon die ersten Probleme zu überwinden, sobald man die ersten 30 Minuten italienischen Boden unter den Füßen hat. So passiert, na wem wohl – mir! Mit Sack und Pack also wieder festen Boden unter den Füßen (und es war wirklich ein Wunder in Anbetracht der 15-reihigen Propellermaschine, mit der AirDolomiti mich durch die Luft geschickt hat), machte ich mich auf zum Auto um meine Sachen zu verstauen bevor ich den Kassenautomaten suchte (was sich im nachhinein als äußerst schlau erweiste). Auto noch heil da, samt aller Spiegel und Reifen, Residenza ich komme. Dachte ich. Der Automat war ja nicht schwer zu finden, ausgerechnet hatte ich für 17 Tage parken € 102,- was ich auch extra zurechtgelegt hatte. Problem an der Sache: meine Wenigkeit steht mit einem hundert-Euro-Schein am Automaten, der alle möglichen Scheine, nur eben diesen nicht nimmt. Gut, also zurück zum Flughafengebäude und eine Wechselstelle finden. Nachdem ich ohne Probleme gewechselt bekommen hab, also wieder retour zum Automat. Brav säuberlich den ersten € 50.- Schein rein … warten … und - hm, wieso nimmt der nur den zweiten Schein nicht? Gut, somit steh ich also da, interessanterweise hat dieser Automat auch keinen Storno-Knopf und nichts tut sich mehr. Plötzlich kommt mein Parkticket wieder aus der Öffnung raus und das Display schreibt: Fuori Servizio (Außer Betrieb, für alle, die sich das jetzt nicht denken können)! Leicht panisch, weil meine 50 Euro da immerhin schon drinstecken, such ich diesen dummen Automat nach allen möglichen Knöpfen ab, aber nichts tut sich. Bis auf einmal eine Rechnung runterfällt und mir der Erhalt meiner 50 Euro bestätigt wird. Also auf die Suche nach einem weiteren Automat begeben. Der war zwar schnell gefunden, aber – richtig! – auch außer Betrieb (warum funktioniert in diesem Land eigentlich die Technik nie so, wie sie soll??). Schließlich und endlich hab ich dann noch ein Häuschen gefunden, in dem sich ein menschliches Lebewesen befand und mir meine restlichen 49 Euro abnahm (Rabatt, wow!). Also wieder zurück zum Auto (kleiner Hinweis auf die schon im Auto verstauten Sachen) und nichts wie weg von hier. Da taucht allerdings das nächste Problem auf – weder Firenze, Siena oder sonst noch irgendeine Schnellstraße ist nach Verlassen des Flughafengebäudes angeschrieben (und zwar nämlich dann, wenn man am Langzeitparkplatz steht, beim anderen Parkhaus wär das kein Problem). Somit noch weitere 10 Minuten in Pisa herumirren (wieso muss der Flughafen auch mitten in der Stadt liegen??), bis endlich die richtige Straße gefunden ist und ich somit mit einiger Verspätung in der Residenza ankomme.
Kaum ist das Automaten-Problem vergessen, macht sich allerdings meine Gesundheit wieder bemerkbar, die schon in den beiden Wochen zuhause nicht gerade auf meiner Seite war. Halsschmerzen wie noch nie zuvor machen mir zu schaffen und irgendwie tut jeden Tag etwas anderes weh und jede Bewegung ist die ärgste Anstrengung. Was tun!? Bestenfalls einen deutschen Arzt finden, mit einem italienischen möcht ich nämlich nur ungern kommunizieren. Wie auftreiben!? Man rufe die Österreichische Botschaft in Rom an (schlau, oder!?). Allerdings waren die mir auch keine Hilfe, da es in Siena keine deutschen Ärzte gibt. Somit ging’s mit Evelyne (Begleitschutz) an der Hand ins Ospedale nach San Miniato. Falls jemals jemand zur Pronto Soccorso in Siena muss, dem sei gesagt, dass er die linke Zufahrt zum Krankenhaus nehmen muss, die lediglich wie eine Rettungseinfahrt aussieht – man spart sich etliche komische Blicke und langes Herumirren im Hauptgebäude. Gut – Notaufnahme schließlich und endlich gefunden, müssen wir zunächst ca. eine halbe Stunde warten, bis ich mein Anliegen vortragen darf, da sich vor uns Vater und Kind (Kind wohlgemerkt schon um die 30 Jahre) angestellt haben, um die Mutter anzumelden, die allerdings gar nicht mit, sondern krank zuhause liegt. Ähm ja – Italiener halt. Die Nächste, bitte. Hatte ich zuvor erwähnt, dass Italiener es mit der Technik nicht so recht haben!? Stimmt. Die „freundliche“ Dame an der Annahme brauchte etwa eine halbe Stunde, um meinen Namen und mein Geburtsdatum in den Computer zu tippen. Auf meine Erklärung, warum ich denn einen Arzt brauchen würde, wurde ich dann nur ungläubig angesehen, im Sinne von „Und was wollen Sie dann hier, wenn Sie kein Fieber haben!?“. Aber schlussendlich konnte ich sie doch von der Notwendigkeit überzeugen und nach ca. einer weiteren Stunde warten, durfte ich dann endlich zum medico. Der war sogar ziemlich freundlich und hat sich extra Zeit zum Erklären genommen, wenn ich was nicht verstand. Folge des Ausflugs – 7 Tage Antibiotika und noch so ein Zeugs. Die Apotheke hat’s bestimmt gefreut, 17 Euro für die beiden Packungen gingen drauf.
Unmittelbar ans krank-sein folgte dann der Lernwahnsinn in der Residenza, mein Zimmer nicht ausgenommen. Etwa 2 Wochen blieben für einen dreihundert Seiten Wälzer auf Italienisch. Keine Ahnung wie, jedenfalls konnte ich es nach endlosen Tagen in meinem Zimmer samt Lernunterlagen doch irgendwie wagen, zur Prüfung anzutreten. Nervös, wie nicht mal bei der mündlichen Matura musste ich mit ca. 30 andren Studenten auf die Prüfung warten. Nur hatte ich meiner frühen Prüfungsanmeldung zu verdanken, dass ich schon als vierte dran kam. Irgendwie hat mich schon der erste Satz nach „Buon giorno“ des professore aus dem Konzept gebracht – „Una domanda a piacere“. Jaaaaa, wenn man schon länger Italienisch sprechen würd, würd man vielleicht sofort wissen, was das bedeuten soll, aber meine Wenigkeit war etwas ratlos. Hm, was tun. Gut, nachdenken. Also eigentlich kann „a piacere“ ja nur nach Wahl heißen. Also auf gut Glück losquatschen. Tja, der Erfolg gab mir recht, mit sicher hundert Fehlern bei den Antworten und mit Themenwechsel bei nicht-wissen trotzdem zu stolzen 28 von 30 Punkten! Juhu. Somit ist die Pflicht für dieses Semester erledigt, aber die Kür folgt noch am 6. Februar mit einer weiteren Prüfung.
Und dann geht’s auf in die verdienten (kurzen) Ferien, mit Besuch aus der Heimat und einem dreitägigen Ausflug nach Rom. Nochmals juhu! In der Zwischenzeit beginnt die Residenza sich zu leeren, letzte Woche ist schon die erste nach Hause, kommende Woche werden nochmals ein paar ausziehen. Nur die Lärmmacher im Haus bleiben leider genau bis zum letzten Tag. Naja … lang ist’s ja nicht mehr.