Und wieder einmal hab ich viel zu viel Zeit verstreichen lassen, bis ich mich nun endlich dazu bequeme, dieses Blog mal wieder auf den aktuellen Stand der Dinge zu bringen. Was im übrigen auch dringend Not ist, in Anbetracht der Tatsache, dass ich in wenigen Tagen schon wieder österreichischen Boden unter den Füßen hab – leider. Aber wie immer mal der Reihe nach …
Der März – eifrige Leser wissen, dass der letzte vernünftige Eintrag von mir darauf beruht – endete mit einem Besuch von meinen Eltern samt Freunden. Nachdem der schiefe Turm und Florenz ohnehin von allen schon gesehen worden war, stand dieses mal Montepulciano, Montalcino, Siena, etc. am Programm. Abschließendes Highlight von diesem Wochenende war der „Palio dei Somari“ – also der Eselpalio – in Torrita di Siena. Die perfekte Einstimmung für den Palio im Juli also. Nach diesem verlängerten Wochenende mit Besuch aus der Heimat hieß es mal wieder fleißig lernen, weil eine Zwischenprüfung in „Teorie e tecniche della promozione d’immagine“ anstand. Wohlgemerkt hab ich hier meine bisherige Meisterleistung abgelegt und stolze 30/30 Punkten eingeheimst. Die folgenden Tage verbrachten wir (Mara, Sarah, Nina, Sebastian) bei Schönwetter eigentlich die ganze Zeit in Castiglione della Pescaia oder Marina di Grosseto am Meer – muss man ja immerhin ausnutzen, wenn man den Strand quasi vor der Haustür hat …
Mitte April hat sich dann auch schon der nächste Besuch angekündigt, meine beiden Mädls von der Uni – Binci und Hanna – sind mich für 3 Tage besuchen gekommen. Der Weg zum schiefen Turm blieb mir auch dieses Mal erspart. Wir hatten drei gemütliche und sehr lustige Tage in Siena und am Meer und somit war es ziemlich schade, die beiden nach nur 3 Tagen schon wieder verabschieden zu müssen. Aber ist ja nicht so, dass ich viel Zeit zum ‘trauern’ hatte, am nächsten Tag ging es dann mit Sack und Pack zum Flughafen und gemeinsam mit 3 anderen österreichischen Mädls legten wir eine Woche Urlaub auf Sardinien ein. Und Sardinien ist einfach traumhaft. Noch dazu hatten wir Glück mit dem Wetter, jeden Tag Sonnenschein und schon ziemlich sommerliche Temperaturen, bei der Besichtigung von Cagliari kamen wir ziemlich ins schwitzen bei 27°. Die Strände von Sardinien sind toll, die Landschaft auch und unser tolles Apartement ist auch nur empfehlenswert. Auf dem Weg zur Costa Smeralda konnten wir im übrigen Bekanntschaft mit den Bergbewohnern von Sardinien machen – es kommt gut und gerne mal vor, dass man Kühe mitten auf den kurvigen Straßen in 2.000m Höhe vor sich auf der Straße stehen hat. Kleiner Tipp – zuerst nach Kuhmist Ausschau halten und man kann sich sicher sein, dass danach eine Kuh kommt. Die Costa Smeralda hat auch gehalten was sie verspricht, türkisfarbenes Meer, weiße Strände, jede Menge Villen und und und. Bei der Rückgabe des Mietautos hab ich dann noch für die Erheiterung des Tages bei den Angestellten gesorgt, als ich auf englisch nach den Autoschlüsseln gefragt worden bin. Ich denk mir noch so „verdammt, der hat aber einen ordentlichen italienischen Dialekt, was will er??“ und sag so „cosa?“ als einer der beiden auf einmal in einen Lachanfall ausbricht und sich gar nicht mehr einkriegt. Ja, schön, freut mich wenn ich euch zum Lachen bring. Allerdings war das nicht wegen mir, sondern weil der eine gleich annahm, dass ich nur englisch sprech. Haha, da hamma glacht
Die nächsten Tage bzw. Wochen waren mal wieder von Uni (ja, man mag’s nicht meinen, auch da bin ich noch fleißig hingegangen) und Ausflügen ans Meer geprägt. Bis wir dann die Möglichkeit hatten, mal direkt eine Woche Urlaub am Meer zu machen, um uns das tägliche Hin und Herfahren zu ersparen. Zu fünft also, mit Mara, Nina, Sarah und Sebastian (und natürlich mir), in zwei Autos ging es los. Allerdings gerade mal etwa 30 km, bis mein Auto plötzlich beschlossen hatte, dass es Zeit für eine Pause wär. Kein Gas mehr, das Motorwarnsignal leuchtet auf und es gibt kein vorwärtskommen mehr. Was tun!? Ab zur nächsten Tankstelle und mal fragen, ob der sich das ansehen kann. Ich, ausgestattet mit meinem Handbuch, geh zum Tankwart hin, deut auf das Zeichen und mach ihm verständlich, dass es aufleuchtet. „Jaja, da müssen Sie in die Werkstatt fahren“ „Ja, kann ich denn überhaupt noch fahren damit?“ „Naja, das Zeichen leuchtet doch gelb auf, oder?“ „Äh,.. ja!?“ „Na also, nachdems nicht rot ist sondern gelb, können sie ja noch fahren“. Ahja, die Logik der Italiener also. Nun gut … mit 50-60km/h sind wir dann also nach Grosseto getuckelt und haben eine Werkstatt auffindig gemacht, wo ich Glück hatte, grad noch jemanden vorm Zusperren zu erreichen. Jaja, sie würden mein Auto gleich hierbehalten, Montag früh richten sie es gleich her und dann kann ich es mir wieder abholen. In einem Auto ging es dann also nochmal 20km weiter nach Marina di Grosseto. Mit ziemlicher Verspätung endlich am Ziel. Montag vormittag dann, es nähert sich 11 Uhr, denk ich mir, ich ruf mal in der Werkstatt an und werde mit einem Mechaniker verbunden. „Ja, ich wollte mich wegen dem österr. Auto erkundigen“ „Ja, das hab ich grad reinbekommen. Was hat es denn?“ „Wie, was hat es denn, ist Ihnen das nicht gesagt worden?“ „Nein, ich weiß von nichts, und ich seh auch nichts“ „Ja, also man kann kein Gas geben mehr … und dieses Zeichen .. beim Motor leuchtet auf“ „Wie? Ich seh da nichts“ „Ja tut mir leid, ich kann das von hier aus nicht erklären“ „Ist denn da niemand, der Italienisch kann?“ „Nein da ist niemand“ (und selbst dem müsst ichs ja irgendwie erklären können) „Na warten Sie, ich setz mich mal rein und start mal den Motor … nein, also ich kann nichts finden“ „Na toll. Und jetzt?“ „Ja, dann kommen Sie vorbei“. Sebastian hat mich dann also zur Werkstatt gebracht, kaum sitzen wir, kommt der Mechaniker und erklärt mir, er macht jetzt die Rechnung. Ähm, wie die Rechnung? Naja, die würd ich ja bestimmt brauchen, meint er. Naja, das schon, aber ich dachte Sie finden den Fehler nicht, hab doch vor 20 min grad mit Ihnen telefoniert. Nein nein, das Auto ist fertig. Aaaahja – schön und gut, dass sich da ein Mechaniker in ein repariertes Auto setzt und den Fehler nicht findet. Na wie denn auch!? Mit Karte durfte ich dann auch nicht zahlen, da sie das ganze bei Touristen natürlich schwarz machen, also musste ich noch mehrere Bankomaten abklappern, bis ich endlich die stolze Summe von € 350,- in Händen hielt. Na gut, der Tag war für mich gelaufen, aber immerhin hatten wir die restliche Woche jede Menge Spaß. Nur leider nicht immer perfektes Wetter.
Ein paar Tage später war dann der erste Abschied bereits da – Sebastian. Nachdem wir noch einen abendlichen Ausflug nach Florenz gemacht hatten und am Tag darauf nochmal bei ihm essen waren, wars dann am Freitag soweit und wir verabschiedeten ihn mit Panna Cotta und Prosecco. Bepackt mit seinen Siebensachen machten wir Mädls uns mal auf den Weg zum Auto, während er noch die Wohnung kontrollierte. Wenige Minuten später kam Sebastian – ausgestattet mit seinem Rad, einer Schüssel … und Siena – einem Fisch, der mich schon einige Schrecksekunden gekostet hatte, als ich bei Sebastian in die Wohnung kam, was in den Kühlschrank stellen wollte, zur Abwasch schau und da plötzlich einen Fisch im Plastiksack hängen seh. Abgegeben wurde er dann bei einem Mädl mit Garten und Teich und scheinbar lebt er sogar noch immer. Das Bild ist jedenfalls Gold wert, als Sebastian in seinem vollbepackten Auto mit dem Fisch davonfährt:

Kaum war der angehende Mediziner weg, stattete ich am Montag darauf der Notaufnahme im Krankenhaus gleich meinen zweiten Besuch in diesem Jahr ab. Samstag früh bin ich mit starken Schmerzen im Bauchbereich aufgewacht, Schmerzen, die ziemlich oberflächlich waren und keine normalen Bauch- und/oder Magenschmerzen. Sitzen und Stehen war ganz schlecht und so hab ich 2 Tage lang nur im Bett verbracht. Nachdem es Montag noch immer nicht besser war und mir alle zugeredet haben, ich soll ins Krankenhaus fahren, hab ich Nina geschnappt und mich auf den Weg gemacht. Eins sei vorweg gesagt – hätt ich gewusst, wie lange das dauert, wär ich sicher nicht gefahren. Gegen 13 Uhr sind wir hingekommen, um 23.30 Uhr haben wir das Krankenhaus wieder verlassen! Zahlreiche Gespräche mit Ärzten, 2x Blutabnahme (sicher ist sicher), 1x Ultraschall und 2 Infusionen später, wär ich ohnehin keine Minute länger geblieben! Die Infusionen alleine haben glaub ich 3-4 Stunden gebraucht, bis sie endlich drin waren und das obwohl die Ärztin nur ‘austesten’ wollte, ob sie angreifen. Blöderweise hab ich mir auch noch den Tag ausgesucht, als Italien ein EM-Spiel hatte und somit schon mal für 2-2,5h mehr oder minder alles still stand. Geschlagene 10,5h also nach Ankunft im Krankenhaus müssen mir die Ärzte schon angesehen haben, dass meine Geduld am Ende ist, da ich mitleidig gefragt worden bin, wie lang ich denn schon da sei. Dann ging es zum abschließenden Gespräch mit der Ärztin, alle Nadeln wurden wieder von meinen Armen entfernt und ja .. „Wie wir in den bisherigen Untersuchungen bereits gesagt haben, wir haben leider nichts gefunden“ „Mhm .. gut .. ok“ „Ich verschreib ihnen mal Antibiotika“ „Aha. Und wozu ist das dann?“ „Ja, da ist eine leichte Infektion, die behandelt gehört“. Oook. Naja, ob die Antibiotika wirklich dem geholfen haben, was mir Schmerzen verursacht hat, sei dahingestellt. Jedenfalls wurde es nach über einer Woche endlich mal besser.
Grad rechtzeitig zum nächsten Besuchsmarathon. Martina kommt also in die Toskana. Was soviel bedeutet wie um halb 7 aufstehen, damit man um 9 am Flughafen in Pisa ist und die nächsten Tage das volle Touristenprogramm absolviert – Pisa, Siena, Florenz, Meer, EM-Spiele ansehen, wieder zu Unzeiten aufstehen, um wieder an den Flughafen zu kommen und und und. Aber – natürlich war auch dieser Besuch genauso nett und lustig wie die der anderen Mädls.
Und jetzt sitz ich also da – 12 Tage bevor ich meiner momentanen Heimat wieder den Rücken zukehren muss und alle nur mehr an den Abschied denken. Mara und Sarah verabschieden sich bereits in 5 Tagen und somit wollen wir also noch das beste aus den letzten Tagen herausholen (wär da nicht diese dumme Prüfung am Donnerstag noch, für die ich endlich mal lernen sollte). Sobald die beiden Mädls dann weg sind, muss ich selbst mal meine sämtlichen Sachen zusammenpacken, am Sonntag kommen schon Aimee und Karmijn, die beiden holländischen Mädls vom letzten Semester, und Montag dann Janine, damit sie mir/uns nochmal einen Besuch abstatten und wir uns gemeinsam den Palio am 2. Juli ansehen. Und nein – mir gefällt es nicht, dass ich in weniger als 2 Wochen schon wieder in Linz/Wien bin. Tut mir leid, euch das sagen zu müssen